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Anlegerschützer warnen vor neuer Betrugsmasche

Massive Drohungen gegen den DASB-Präsidenten


Quelle: Börsenzeitung

Klaus Nieding muss viel Mut und Rückrat zeigen. Der Präsident des Deutschen-Anleger-Schutzbundes (DASB) kämpft gegen Betrüger im grauen Kapitalmarkt und für den Schutz der Privatanleger. Auf Nachfrage berichtete er gestern vor Journalisten in Frankfurt von Drohungen und Sachbeschädigungen, die sich gegen Ihn und andere DASB-Mitarbeiter richteten.

So habe sich einmal ein Anrufer bei Ihm mit den Worten gemeldet: "Wir wissen, das Sie Kinder haben". Danach sei er aufgefordert worden, in einer vom DASB verfolgten Sache "nicht so viel Gas" zu geben, sonst würden die Kinder vom Anrufer "von der Schule abgeholt". Über gelegentlich zerkratzten Autolack und zerstochene Autoreifen kann Nieding angesichts solch ungeheuerlicher Drohungen nur lächeln.

Ins Bockshorn hat sich der DASB-Chef nich jagen lassen. Weiterhin nehmen er und seine Mitarbeiter auf Anfrage von verunsicherten Anlegern eine Seriositätskontrolle von Finanzdienstleistern und Vermögensverwaltern vor, die häufig den Abbruch der angebahnten Geschäftsbeziehung zur Folge hat und dadurch im Schnitt drei bis vier Anleger vor existenzbedrohendem Schaden bewart. Die Beratung ist kostenlos und unabhängig davon, ob der Fragesteller Mitglied im Verein DASB ist. 10 bis 15 Anfragen pro Tag erhalte der DASB; Tendenz steigend, so der auf Börsen-, Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierte Anwalt.

Neben unseriösen Angeboten für (Waren-) Termingeschäfte und atypische stille Beteiligungen - oft per Telefon - sei in jüngster Zeit eine neue Masche aufgekommen: In anspruchsvoll gestalteten Beilagen von Tageszeitungen würden Inhaberschuldverschreibungen mit fester Laufzeit und ungewöhnlich hoher Verzinsung angepriesen. Anleger glauben an ein sicheres Investment in der Art eines Sparbriefs und nehmen nicht wahr, dass die Rückzahlung von der Bonität des - oft sehr kleinen - Schuldnerunternehmens abhängt. Ein Schutz durch einen Einlagensicherungsfonds wie bei den Bankengruppen sei hier nicht gegeben, betont Nieding. Manche der Schuldner verfügten über kein operatives Geschäft.

Mit großer Sorge beobachtet der DASB auch die Entwicklung des Hedgefondsmarktes in Deutschland. Die vom Gesetzgeber eingebauten Sicherungen sind nach Ansicht Niedings ungenügend; Missbrauch sei programmiert. Ebenfalls völlig unzureichend seien die Klagemöglichkeiten der Investoren gegen Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder.

Expertenschätzungen zufolge fließen laut dem DASB-Präsidenten jährliche 20 bis 30 Mrd. Euro in den grauen - also nicht beaufsichtigten - Kapitalmarkt. Die Kapitalgeber seien ein Querschnitt der Gesellschaft: Vom Industriearbeiter bis zu Zahnärzten und Anwälten sei alles vertreten.

 

Programmierung und Betreuung muibien // Büro für Gestaltung 2006