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Studie: Aufsichtsräte sichern sich mit Haftpflichten ab

Vom 14.01.2010

FRANKFURT (AFP)--Die Aufsichtsräte deutscher Unternehmen sichern sich vor dem Hintergrund schärferer Haftungsregeln nach einer Umfrage zum Großteil mit Haftpflichtversicherungen gegen Schadenersatzforderungen ab. Über 90% der Aufsichtsratschefs der Firmen hätten Managerhaftpflichten abgeschlossen, wie aus einer am Donnerstag in Frankfurt veröffentlichen Umfrage der Unternehmensberatung Odgers Berndtson und der Anwaltskanzlei Nieding und Barth hervorgeht. Über 40% forderten regelmäßig Berichte aus Ausschüssen des Aufsichtsrates ein, um über mögliche Risiken besser informiert zu sein. Mehr als 30% sicherten sich mit Stichprobenkontrollen ab.

Als Folge der strengerer Haftungsregeln und möglicher weiterer Verschärfungen in Zukunft ließen laut Studie über 60% der Chefaufseher in den Unternehmen die Geschäftsordnung der Aufsichtsräte überprüfen. Jeweils über 40% stellten das Berichtswesen auf den Prüfstand und holten externe Gutachten zur Bezahlung der Konzernvorstände ein, über die der Aufsichtsrat entscheidet. Über 30% der Aufsichtsratschefs wollten die Beziehungen zum Vorstand intensivieren. Jeder siebte Aufsichtsratschef wolle in absehbarer Zeit sein Amt in Folge der verschärften Haftungsregeln niederlegen.

Die Aufgabe von Aufsichtsräten ist es, die Geschäfte von Unternehmen und insbesondere die Unternehmensführung durch den Vorstand zu überwachen. Für die Studie wurden 650 Aufsichtsratsvorsitzende deutscher Aktiengesellschaften befragt, die an der Börse notiert sind. Hintergrund der Umfrage sind verschärfte Haftungsregeln für Aufsichtsräte. So sind die Unternehmensaufseher für unangemessene Vergütungen von Vorständen schadenersatzpflichtig. Weitere Initiativen für strengere Haftungsregeln sind derzeit in der Diskussion.

 

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